Trostreiche Worte unserer Dichter und Denker

Unsere kleine Auswahl kann Ihre Trauerdrucksachen ergänzen, aber vielleicht auch in einem stillen Moment zum Nachdenken anregen.

... und immer sind da Spuren deines Lebens, Bilder Augenblicke und Gefühle,
die uns an dich erinnern und uns glauben lassen, dass du bei uns bist.
Unbekannter Verfasser

Wem ein Geliebtes stirbt, dem ist es wie ein Traum,
Die ersten Tage kommt er zu sich selber kaum.
Wie er's ertragen soll, kann er sich selbst nicht fragen;
Und wenn er sich besinnt, so hat er's schön ertragen,
Friedrich Rückert

Die Erinnerung ist ein Fenster,
durch das ich sehen kann,
wann immer ich will.
Unbekannter Verfasser

Den Weg, den du vor dir hast, kennt keiner.
Nie ist ihn einer so gegangen,
wie du ihn gehen wirst.
Es ist dein Weg.
Die holden Lieder sind verklungen,
kein Ton die tiefe Stille bricht,
doch rings umher mit tausend Zungen zu mir der Geist des Friedens spricht.
Er spricht zu mir im Glanz der Sterne, im Blumenduft, im Windeswehn. —
In solchen Stunden säh' ich gerne zur Neige einst mein Leben gehn.
Emil Rittershaus

Erinnerungen sind kleine Sterne,
die tröstend in das Dunkel unserer Trauer leuchten.
Unbekannter Verfasser

Alles Wachsen ist ein Sterben,
jedes Werden ein Vergehen.
Alles Lassen ein Erleben,
jeder Tod ein Auferstehen.
Tagore

Der Mensch lebt und besteht nur eine kleine Zeit
und alle Welt vergehet mit ihrer Herrlichkeit.
Es ist nur einer ewig und an allen Enden
und wir in seinen Händen.
Matthias Claudius

Uns bleibt die Sehnsucht nach der Fülle des
Lebens, bis wir durch das Tor des Todes eingehen dürfen in das schattenlose Licht.
Edith Stein

Jedoch, es ist nun Zeit, dass wir gehen,
ich, um zu sterben und ihr, um zu leben.
Wer aber von uns beiden zu dem Besseren hingehe,
das ist allen verborgen, außer Gott.
Platon

Du bist nicht tot,
Du wechselst nur die Räume.
Du lebst in uns und gehst durch unsere Träume.
Michelangelo

Wo wird einst des Wandermüden Letzte Ruhestätte sein?
Unter Palmen in dem Süden? Unter Linden an dem Rhein?
Werd ich wo in einer Wüste Eingescharrt von fremder Hand?
Oder ruh ich an der Küste Eines Meeres in dem Sand?
Immerhin, mich wird umgeben Gotteshimmel, dort wie hier.
Und als Totenlampen schweben Nachts die Sterne über mir.
Heinrich Heine

Der beste Weg etwas zu lieben: Realisieren, dass man es verlieren kann.
Gilbert Chesterton

Ich höre auf zu leben, aber ich habe gelebt;
so leb auch du, mein Freund, gern und mit Lust,
und scheue den Tod nicht.
Johann Wolfgang von Goethe

Der Tod ist gewissermassen eine Unmöglichkeit,
die plötzlich zur Wirklichkeit wird.
Johann Wolfgang von Goethe

Sollte es nicht drüben einen Tod geben,
dessen Resultat irdische Geburt wäre?
Wenn ein Geist stirbt, wird er Mensch.
Wenn ein Mensch stirbt, wird er Geist.
Novalis

Keiner wird gefragt, wann es ihm recht ist,
Abschied zu nehmen von Menschen, Gewohnheiten, sich selbst irgendwann.
Plötzlich heisst es damit umzugehen, ihn auszuhalten diesen Abschied,
Sören Kierkegaard

Trennung ist unser Los, Wiedersehen ist unsere Hoffnung.
So bitter der Tod ist, die Liebe vermag er nicht zu scheiden.
Aus dem Leben ist er zwar geschieden, aber nicht aus unserem Leben;
denn wie vermöchten wir ihn tot zu wähnen,
der so lebendig unserem Herzen innewohnt!
Augustinus

Wenn Dir jemand erzählt,
dass die Seele mit dem Körper zusammen vergeht
und dass das, was einmal tot ist,
niemals wiederkommt, so sage ihm:
Die Blume geht zugrunde,
aber der Same bleibt zurück und liegt vor uns,
geheimnisvoll, wie die Ewigkeit des Lebens.
Khalil Gibran

Eines Morgens wachst Du nicht mehr auf.
Die Vögel singen, wie sie gestern sangen.
Nichts ändert diesen neuen Tagesablauf.
Nur Du bist fortgegangen.
Du bist nun frei und unsere Tränen wünschen Dir Glück.
Johann Wolfgang von Goethe

Was wir bergen in den Särgen
das ist nur der Erde Kleid
was wir lieben ist geblieben
bleibt uns auch in Ewigkeit.
Ernst Schulze

Der Tod ist das Tor zum Licht am Ende eines mühsam gewordenen Weges.
Franz von Assisi

Letzte Worte
Geliebte, wenn mein Geist geschieden,
So weint mir keine Träne nach;
Denn, wo ich weile, dort ist Frieden,
Dort leuchtet mir ein ew'ger Tag!
Wo aller Erdengram verschwunden,
Soll euer Bild mir nicht vergehn,
Und Linderung für eure Wunden,
Für euern Schmerz will ich erfleh.
Weht nächtlich seine Seraphflügel
Der Friede übers Weltenreich,
So denkt nicht mehr an meinen Hügel,
Denn von den Sternen grüß' ich euch!
Annette von Droste-Hülshoff

Wenn durch einen Menschen ein wenig mehr Liebe und Güte, ein wenig mehr Licht und Wahrheit in der Welt war, hat sein Leben einen Sinn gehabt.
Alfred Delp

Ein ewig Rätsel ist das Leben, und ein Geheimnis bleibt der Tod.
Emanuel Geibel

Ihr, die ihr mich so geliebt habt,
seht nicht auf das Leben, das ich beendet habe,
sondern auf das, welches ich beginne.
Augustinus

Nichts ist gewisser als der Tod,
nichts ist ungewisser als seine Stunde.
Anselm von Canterbury

Mich lässt der Gedanke an den Tod in völliger Ruhe.
Ist es doch so wie mit der Sonne:
Wir sehen sie am Horizont untergehen,
aber wissen, dass sie 'drüben' weiter scheint,
Johann Wolfgang von Goethe

Wie wenn das Leben wär nichts andres
als das Verbrennen eines Lichts!
Verloren geht kein einzig Teilchen,
jedoch wir selber geh'n ins Nichts!
Denn was wir Leib und Seele nennen,
so fest in eins gestaltet kaum
es läst sich auf in tausend Teilchen
und wimmelt durch den Raum.
Es waltet stets dasselbe Leben.
Natur geht ihren ew'gen Lauf;
in tausend neu erschaffnen Wesen
steh'n diese tausend Teilchen auf.
Theodor Storm

Was ist sterben?
Ein Schiff segelt hinaus und ich beobachte
wie es am Horizont verschwindet.
Jemand an meiner Seite sagt: °Es ist verschwunden."
Verschwunden wohin?
Verschwunden aus meinem Blickfeld -
das ist alles.
Das Schiff ist nach wie vor so groß wie es war
als ich es gesehen habe.
Dass es immer kleiner wird
und es dann völlig aus meinen Augen verschwindet ist in mir,
es hat mit dem Schiff nichts zu tun.
Und gerade in dem Moment,
wenn jemand neben mir sagt,
es ist verschwunden, gibt es Andere,
die es kommen sehen,
und andere Stimmen, die freudig Aufschreien:
'Da kommt es!'
Das ist sterben.
Charles Henry Brent

Steh nicht weinend an meinem Grab.
Ich liege nicht dort in tiefem Schlaf.
Ich bin der Wind über brausender See.
Ich bin der Schimmer auf frischem Schnee.
Ich bin die Sonne in goldener Pracht.
Ich bin der Glanz der Sterne bei Nacht.
Wenn du in der Stille des Morgens erwachst,
Wie lange ich lebe, liegt nicht in meiner Macht;
dass ich aber, solange ich lebe, wirklich lebe, das hängt von mir ab.
Seneca

Ich kam, ich weiss nicht woher,
Ich bin, ich weiss nicht wer,
Ich leb, ich weiss ncht wie lang,
Ich sterb und weiss nicht wann,
Ich fahr, ich weiss nicht wohin,
Mich wunderts, dass ich fröhlich hin.
Martin von Biberach

Immer enger, leise, leise,
ziehen sich die Lehenskreise,
schwindet hin, was prahlt und prunkt,
schwindet Hoffen, Hassen, Lieben
und ist nichts in Sicht geblieben
als der letzte dunkle Punkt.
Theodor Fontane

Und meine Seele spannte weit ihre Flügel aus,
flog durch die stillen Lande als f1öge sie nach Haus...
Joseph von Eichendorff

Nichts entsteht aus Nichts,
sondern alles aus einem bestimmten Grunde und aus Notwendigkeit.
Demokrit

Ach, den Wolken gleich
Ach, den Wolken gleich treiben wir durch Geburten und Tode!
Den Pfad des Unwissens und den Pfad der Erleuchtung -
wir wandeln sie träumend.
In meinem Gedächtnis haftet nur eins,
auch nach dem Erwachen:
Des Regens Rauschen,
dem einst des Nachts in der Hütte ich lauschte.
Dogen

Ich glaube, daß wenn der Tod unsere Augen schließt,
wir in einem Lichte stehn, von welchem
unser Sonnenlicht nur der Schatten ist.
Arthur Schopenhauer

Ich bin nicht weit weggegangen,
ich tausche nur die Räume,
ich lebe in euch
und geh durch eure Träume.
Michelangelo

Der ist der glücklichste Mensch,
der das Ende seines Lebens mit dem Anfang
in Verbindung setzen kann.
Johann Wolfgang von Goethe

Nach den Tränen stellt im Leben sich oft auch das Lachen ein,
Tränen haben auch die Reben,
aber trotz der Tränen geben sie den lustigen, goldenen Wein.
Justinus Kerner

Ich habe Tote, und ich ließ sie hin
und war erstaunt, sie so getrost zu sehen,
so rasch zuhaus im Totsein, so gerecht,
so anders als ihr Ruf. Nur du, du kehrst zurück
du streifst mich, du gehst um, du willst
an etwas stoßen, dass es klingt von dir
und dich verrät.
Rainer Maria Rilke

Alles ist heilsam, was uns daran erinnert, dass die Zeit ein Ende hat.
Friedrich von Bodelschwingh

Groß ist der Tod.
Wir sind die seinen, lachenden Munds.
Wenn wir mitten im Leben meinen,
wagt er zu weinen mitten in uns.
Rainer Maria Rilke

Der Tod ist kein Abschnitt des Daseins,
sondern nur ein Zwischenereignis,
ein Übergang aus einer Form des endlichen
Wesens in eine andere.
Humboldt